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Bild: zvg

Leon Zimmermann 06.04.2017

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Wie der Wind von Windhoek nach Nairobi gelangen, und das mit dem Fahrrad. Dieses Ziel hat sich Carmen Knöpfel vor einiger Zeit gesetzt. Damit hat sie eine Strecke von rund 6000 Kilometern vor sich — kein Problem für eine begeisterte Velofahrerin. Ihre Leidenschaften fürs Fahrrad und für Afrika sind jedoch nicht die einzigen Gründe, weshalb sie sich für die Reise quer durch den Kontinent entschloss.

Ihren Zielort kennt die 22-jährige Oberstammheimerin nämlich bereits bestens: Den Slum Mowlem in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort hat sie bereits drei Monate ihres Lebens verbracht, und zwar als Lehrerin in einer spendenfinanzierten Schule. Diese Zeit ist ihr offenbar gut in Erinnerung geblieben. «Es war eine grossartige Erfahrung, ich habe dabei sehr viel über die Kultur meiner Schüler gelernt», sagt die frischgebackene Absolventin der pädagogischen Hochschule. Im Gegenzug habe sie den neugierigen Kindern auch viel von der Schweiz erzählt und mit ihnen sogar schweizerdeutsche Lieder gesungen.

Hochgesteckte Ziele

Auf die Schule sei sie im Internet aufmerksam geworden. «Anschliessend habe ich Kontakt mit der Schulleiterin Alice Muhonja aufgenommen», erinnert sich die Weinländerin. Und Muhonja ist mit ihrer Schule mittlerweile ziemlich am Anschlag. Sie bietet momentan Platz für 78 Kinder und ist damit ausgelastet. Mit der Anzahl Kinder steigen natürlich auch die Unterhaltskosten. Eine grössere Schule wird immer dringender. Die Kosten dafür betragen gemäss Knöpfel rund 30 000 Franken. Dieses Geld will sie nun durch ihre Spendenfahrt zusammenkriegen.

«Wir fahren nicht mit einem Kässeli in der Gegend umher, das wäre in Afrika keine gute Idee.»

Carmen Knöpfel, 
angehende Pädagogin

Das ist ein hochgestecktes Ziel, wie sie auch selber zugibt. Nach ihrer Rückkehr möchte sie deshalb auf Stiftungen zugehen und sie um finanzielle Unterstützung bitten. Zuerst will sie aber mit der «Afrika-Tour» einen Grundbetrag zusammenbekommen.

Unterstützt wird sie dabei von drei Kollegen. Ihre Begleiter sind allesamt junge Männer, was die Pädagogin beruhigen dürfte: «So wird man als Frau nicht die ganze Zeit von Leuten angeschaut, die einem aus finanziellen Gründen am liebsten heiraten würden.»

Die Gemeinsamkeit der Gruppenmitglieder ist ihr Fernweh und ihr Wille, Gutes zu vollbringen. Die Spendengelder sammeln sie allerdings nicht auf der Fahrt ein. «Wir fahren nicht mit einem Kässeli in der Gegend umher, das wäre in Afrika keine gute Idee», sagt Knöpfel lachend. Viel eher soll das Geld übers Internet zusammenkommen. Mittels Webblog hält sie Interessierte über ihre Tour auf dem Laufenden. Am folgenden Wochenende geht es nun endlich los.

Keine Angst

Dass die Gruppe auf ihrer Reise von wilden Tieren gestört werden könnte, bereitet Knöpfel keine Sorge. «Der Verkehr macht mir da wesentlich nachdenklicher, in dieser Beziehung sind Afrikaner nicht sonderlich rücksichtsvoll.»

Angst hatte Knöpfel auch während ihres ersten Nairobi-Aufenthalts nicht. Dabei braucht es durchaus Überwindung, sich als Europäerin in einen afrikanischen Slum zu begeben. Probleme habe es aber nie gegeben. «Ich habe mich auch an die nötigen Vorsichtsmassnahmen gehalten. Ich bin zum Beispiel nach Sonnenuntergang nie alleine durch die Strassen spaziert», betont sie.

«Im Vergleich mit Schweizer Schülern sind die kenianischen Strassenkinder wesentlich lernfreudiger»Carmen Knöpfel

Diskriminierung hat sie während ihres Aufenthalts keine erfahren: «Die Leute im Slum sind ja auch nicht grundsätzlich rassistisch. Die Meisten haben einfach noch nie einen weissen Menschen gesehen.» So habe sie auch schon erlebt, dass ein eingeschüchtertes Kind bei einer Begegnung auf der Strasse vor lauter Angst laut zu schreien begann.

Grosse Bildungslücken

Einschüchternd ist aber auch die hohe Kriminalitätsrate in den Slums. Die kann Knöpfel bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen: «Wenn man keine Perspektiven hat, sinkt die Hemmschwelle und man begeht eher Verbrechen.» Deshalb will sie den kenianischen Kindern schon früh eine Perspektive bieten. Ihre bisherigen Erfahrungen dürften sie zuversichtlich stimmen: «Im Vergleich mit Schweizer Schülern sind die kenianischen Strassenkinder wesentlich lernfreudiger», sagt sie schmunzelnd. Auf die Eltern treffe dies allerdings nicht zu: «Erwachsene Afrikaner erkennen oft die Wichtigkeit der Bildung nicht, weil sie selbst keine erfahren durften.»

Deshalb setzt Knöpfel jetzt auch genau dort an. Sie erklärt dazu: «Als Pädagogin wollte ich etwas mit Bildung machen.» Bildung sei auch eine Grundvoraussetzung, damit den Leuten ihre übrigen Probleme überhaupt bewusst werden: «Viele Einheimische wissen zum Beispiel nicht, dass Wasser gut für die Hygiene ist.» Dem versucht Knöpfel nun mit ihrer Velotour entgegenzuwirken.

Webblog und Spendemöglichkeit: cycleforsafishaafrica.wordpress.com  (Der Landbote)

Erstellt: 06.04.2017, 13:58 Uhr

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Trump wird an Amerika scheitern

Donald Trump wird noch viel mehr Schaden anrichten und vielleicht sogar neue Kriege anzetteln. Am Ende aber wird er scheitern – weil er die Widerstandskraft seiner Bürger unterschätzt hat. Ein Gastbeitrag.

31.01.2017,  von ELIOT A. COHEN
Abkürzungen
© EPA Schon nach einer Woche hat sich Donald Trump als einer der schlechtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte herausgestellt, schreibt Eliot A. Cohen in seinem Gastbeitrag

Ich bin nicht überrascht über die Eskapaden von Präsident  Donald Trump  in seiner ersten Amtswoche. Nicht über die sensationellen Ankündigungen wie die, eine Mauer zu bauen und Mexiko zu zwingen, für sie zu zahlen, während der mexikanische Außenminister gerade zu Gesprächen mit amerikanischen Regierungsvertretern in Washington weilte. Nicht über die leisen, aber nicht minder gefährlichen bürokratischen Anordnungen wie jene, den Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs von den Treffen des Nationalen Sicherheitsrats auszuschließen, das wichtigste außenpolitische Entscheidungsgremium unterhalb des Präsidenten, und dafür den Chefideologen Steve Bannon an seine Stelle zu setzen. Viele konservative Fachleute für Außen- und Sicherheitspolitik haben diese Gefahr schon im vergangenen Frühling und Sommer kommen sehen. Deshalb haben wir in vielen Briefen immer wieder gefordert, nicht Trumps Politik anzuprangern, sondern sein Temperament, nicht sein Programm, sondern seinen Charakter.

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Wir hatten Recht. Und unsere Freunde lagen falsch, die uns dazu gedrängt haben, uns zu beruhigen und unseren Frieden mit Trump zu machen, die gefordert haben, ihn anzunehmen, loyal gegenüber der Republikanischen Partei zu sein, nicht mehr so laut wie möglich „das ist unnormal“ zu sagen und zu denken, dass Trump und seine Berater gezähmt werden könnten. In einer epochalen Woche, die mit einer dunklen, spaltenden Rede zur Amtseinführung begann und weiter ging mit außergewöhnlichen Angriffen auf die freie Presse, einem Besuch bei der  CIA , bei dem Trump ein Denkmal für unbekannte amerikanische Helden missachtete und jetzt dem Versuch, bestimmten muslimische Gruppen die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verwehren (darunter auch Inhaber einer Green-Card sowie Übersetzer, die unseren Streitkräften im Irak gedient haben, aber keine Länder, in denen Trump Hotels besitzt oder so unverzichtbare wie Saudi-Arabien), hat Trump die schlimmsten Erwartungen noch übertroffen.

Weil das Problem sein Temperament und sein Charakter sind, wird es nicht besser werden. Es wird schlimmer werden, weil die Macht Trump und seine Leute berauscht. Das Ganze wird wahrscheinlich in einem Unglück enden – in großen Protesten und Gewalt, einem Zusammenbruch der internationalen Handelsbeziehungen, dem Kollaps der wichtigsten Bündnisse und vielleicht sogar einem oder mehreren neuen Kriegen (vielleicht sogar mit China). Es wäre nicht im Geringsten überraschend, wenn diese Amtszeit nicht in vier oder acht Jahren endet, sondern schon früher, durch ein Impeachment-Verfahren oder eine Amtsenthebung nach dem 25. Verfassungszusatz. Je früher die Amerikaner sich an diese Wahrscheinlichkeiten gewöhnen, desto besser.

Bayern dankt Müller-Wohlfahrt - Braun übernimmt vorerst

17.04.2015 - 11:54 Uhr

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt

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MÜNCHEN.   Der FC Bayern hat nach dem Rücktritt seines Mannschaftsarztes Müller-Wohlfahrt eine Zwischenlösung verkündet. Ein Nachfolger soll bald gefunden sein.

Helle Aufregung beim FC Bayern: Vor dem drohenden Aus in der Champions League vergrößert  CMP Trekkingschuhe Wanderschuhe orange wasserdicht Schnellschnürung 3Q48364K
 die Turbulenzen beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Der langjährige Vereinsarzt hielt sich am Morgen nach seinem einscheidenden Schritt mit einer weiteren Stellungnahme zurück. "Ich will noch nichts sagen, es ist noch zu früh. Ich werde mich noch äußern, aber nicht heute", sagte Müller-Wohlfahrt am Freitag mehreren Münchnern Medien.

Die Bayern nahmen den Rücktritt in einer Neun-Zeilen-Erklärung "mit Bedauern" zur Kenntnis und kündigten "zeitnah" eine Entscheidung über die Nachfolge an. Vorerst werde der Orthopäde und Unfallchirurg Volker Braun das Team bei den Spielen betreuen - der Mediziner arbeitete zuletzt bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga.

Die Nachwehen des ernüchternden  1:3 im Champions-League-Spiel beim FC Porto  sorgten für den überraschenden Schritt von Müller-Wohlfahrt am Donnerstagabend. Der Nationalmannschaftsarzt begründete seinen Rücktritt mit den Vorkommnissen nach dem Viertelfinal-Hinspiel. "Aus uns unerklärlichen Gründen" sei die medizinische Abteilung "für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht" worden sein, hieß es in der Mitteilung. Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt.

Auch Müller-Wohlfahrts Stab tritt zurück

Als ein Grund gilt der Dauerkonflikt mit Trainer Pep Guardiola. Das zerstörte Vertrauensverhältnis ist - auf jeden Fall kurzfristig - nicht zu kitten. Fast vier Jahrzehnte war Müller-Wohlfahrt im Amt, kurz unterbrochen wurde dessen Wirken bei den Bayern nur nach Ärger in der nur zehn Monate währenden Amtszeit von Jürgen Klinsmann in der Saison 2008/09.

Am Freitagmittag wird Guardiola vor dem Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga bei 1899 Hoffenheim zu einer Pressekonferenz erwartet. Mit Müller-Wohlfahrt tritt auch sein Stab zurück, darunter Sohn Kilian.

Angespanntes Verhältnis zu Guardiola

Das Verhältnis zwischen Guardiola und Müller-Wohlfahrt war weit mehr als angespannt. Vor allem bei der Behandlung des über ein Jahr verletzten Spaniers Thiago gab es hinter den Kulissen mächtig Ärger. Zwar beteuerten sowohl Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als auch Sportvorstand Matthias Sammer, dass es keine Probleme gebe. Aber alleine das Mimik- und Gestenspiel des katalanischen Starcoaches während einiger Bayern-Spiele stellte den gestandenen Mediziner ein Stück weit bloß.

Spekuliert wurde im Rahmen des Rücktritts in Medien auch darüber, dass es zu einer Diskussion zwischen Rummenigge und Müller-Wohlfahrt gekommen sein soll. Klar ist: Den vom Verletzungspech verfolgten Bayern passen die vielen Ausfälle nicht. Befeuert wurde die Situation durch den langwierigen Ausfall von Franck Ribéry nach dem Donezk-Spiel im März. Nach dessen Knöchelverletzung wurde zunächst nur eine kurze Pause bekanntgegeben, jetzt fehlt der Franzose immer noch.